"Überlegen wir uns das genauer. Für den Materialismus scheint das Evolutionsargument zu sprechen: Am Beginn des Universums, beim Urknall, und noch etwa 13 Milliarden Jahre danach gab es, soweit wir wissen, kein Bewusstsein. alles, was in der Welt entstanden ist, ist aber aus dem entstanden, was schon da war. Also muss alles, was es in unserer Welt gibt, physischer Natur sein. Auch der Geist fiel nicht vom Himmel. Geistige Leistungen sind Leistungen des Gehirns, und das Gehirn ist ein Produkt der biologischen Evolution, ein physisches System, dessen Leistungen sich auch physikalisch verstehen lassen müssen. Mentale Phänomene müssen sich also physikalisch erklären lassen.

Eine physikalische Erklärung ist eine Erklärung mit physikalischen Prämissen, zu denen auch physikalische Gesetze gehören. Eine Erklärung ist nur dann korrekt, wenn die Konklusion aus den Prämissen logisch folgt. Nun folgen aber nach dem Leibniz-Gesetz aus physikalischen Prämissen keine Aussagen über Mentales. Es gibt also keine physikalische Erklärung von Mentalem und der Materialismus ist falsch."

von Kutschera in Knaup 2011, S. 241f.

Kommentar: während der erste Teil sehr klar die Position des Materialismus wiedergibt, basiert der zweite Teil allein auf der Gültigkeit des Leibniz-Gesetzes - was, wenn dieses falsch ist?

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