"Da das bewusste Ich seine eigenen Beschränkungen nicht kennt, ist zu erwarten, dass es seine Möglichkeiten überschätzt und den Beitrag des Selbst zu "seinen" Einsichten und Entscheidungen unterschätzt ... Daraus kann sich durchaus auch eine Indeterminismustäuschung ergeben, die darin besteht, dass das Ich alles Verhalten, das nicht von ihm selbst veranlasst ist, für "indeterminiert" hält. In diesem Falle gäbe es sogar einen psychofunktionalen Grund für die Attraktivität der philosophischen These, dass Willensfreiheit mit Freiheit von der kausalen Verursachung des Verhalten gleichzusetzen sei.

Julius Kuhl in Lampe 2008, S. 106f.

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