Kreationismus

Was ist Kreationismus?

Unter Kreationismus versteht man die Vorstellung, dass Welt und Leben von einem intelligenten Wesen "kreiert" wurden. Alle heute existierenden Lebewesen seien wie in der Bibel beschrieben mehr oder weniger in der heutigen Gestalt direkt von Gott geschaffen (=kreiert) worden. Diese Vorstellung bringt allerdings gravierende Probleme mit sich, auf die im Folgenden kurz eingegangen werden soll. 

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$250'000 für den, der die Evolutionstheorie beweist...

Schon seit längerer Zeit existiert James Randis Angebot, jener Person eine Million Dollar zu geben, die einen empirischen Nachweis dafür liefern kann, dass sie über paranormale Fähigkeiten verfügt. Wohl in Anlehnung daran entstand ein scheinbar analoges Angebot von Seiten eines »Kreationisten: “Ich biete demjenigen, der mir einen empirischen Nachweis für die Evolution liefern kann US$ 250 000. Mein seit 1990 bestehendes US$ 250 000 Angebot beweist, daß die Hypothese der Evolution nichts weiter als ein heidnischer religiöser Glaube ist.” (Dr. Kent Hovind) Dieses Angebot wurde inzwischen zwar - ohne nähere Begründung - zurückgezogen. Gleichwohl lohnt sich die Auseinandersetzung damit. Denn auf den ersten Blick scheint dieses Angebot wirklich überzeugend zu sein: wenn Randis 1 Million beweisen soll, dass es paranormale Fähigkeiten nicht gibt, müsste doch auch Dr. Hovinds Angebot beweisen, dass die Evolutionstheorie falsch ist. Dem ist allerdings nicht so.

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Angenommen, die Evolutionstheorie wäre tatsächlich falsch...

Von kreationistischer Seite (»Ist der Kreationismus wissenschaftlich?) wird mit allergrösster Akribie versucht die »Evolutionstheorie zu widerlegen. Dabei werden durchaus spannende und herausfordernde Fragen gestellt, die allerdings den Kern der Evolutionstheorie in der Regel nicht einmal annähernd auch nur schon streifen. Viele der Fragen sind zudem längst beantwortet, respektive die Behauptungen widerlegt, nur wenige Fragen würden einer genaueren Untersuchung verdienen - doch kann ein Angriff mit dem Schrotgewehr in der Hoffnung mal einen Treffer zu landen keine Aufforderung dazu sein, sich mit jeder Schrotkugel genauer auseinanderzusetzen. Doch genau dies tun viele Wissenschaftler - sie verschwenden zu viele Stunden, um gegen absurde Vorwürfe Stellung zu nehmen, respektive Behauptungen zu widerlegen.

Diesem Trommelfeuer mit Widerlegungen zu begegnen scheint sinnlos und aussichtslos. Viel wichtiger aber ist es, dass es gar nicht darum geht, ob die Evolutionstheorie stimmt oder nicht. Selbst wenn die Evolutionstheorie sich tatsächlich als falsch herausstellen sollte - für den Kreationismus würde sich rein gar nichts ändern. Denn der Kreationismus ist völlig unabhängig von der Richtigkeit der Evolutionstheorie falsch. Der Kreationismus ist längst empirisch wie auch logisch widerlegt, wie auch im Artikel »Ist der Kreationismus wissenschaftlich? gezeigt wird.

Anstatt also aus der Defensive heraus zu agieren (man wird permanent beschossen mit absurden Argumenten) sollte man vielleicht eingestehen, dass keine Schrotkugel treffen wird und in die Offensive übergehen: zeigen, warum der Kreationismus auch dann falsch ist, wenn die Evolutionstheorie sich als falsch herausstellen sollte. Vielleicht wäre es sinnvoller wieder mehr zu betonen, dass die Richtigkeit des Kreationismus bedeuten würde, dass alle heute lebenden Tiere inklusive Eisbären auf der Arche Noah (im tropischen Nahen Osten - und fern der Heimat der Eisbären) hätten gewesen sein müssen. Oder auch, dass Kreationisten davon ausgehen, dass der Grand Canyon durch die Sintflut geschaffen wurde - also ein geologisches Ereignis! Oder dass sich die Welt nachweislich in den letzten 4000 Jahren evolutionär weiterentwickelt hat. Oder oder oder. Es gibt genügend völlig absurde Beispiele - wer sich davon nicht abschrecken lässt, der soll doch weiterfeuern.

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Ist der Kreationismus wissenschaftlich?

Um es gleich vorwegzunehmen: die Antwort ist ein definitives (!) Nein. Wenn Sie wissen wollen, warum das so ist, dann lesen Sie am besten gleich weiter. 
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