Religion

Religion ohne Religion

Religion ist ein schillernder Begriff mit sehr vielen unterschiedlichen Bedeutungen. Religion ist deshalb kaum eindeutig definierbar, es lassen sich aber Bedingungen erfassen, welche für die meisten Religionsbegriffe notwendig sind, wenn auch viele Ausnahmen bestehen mögen. Religion gibt in der Regel (scheinbar) letztgültige Antworten auf Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach einem möglichen "Leben" nach dem Tod, nach Entstehung, Funktionsweise und Ende der Welt. Religion gibt vielen Menschen Halt, indem sie eine (imaginäre) Bezugsperson zur Verfügung stellt, absolute Werte vermittelt und Anleitungen dafür gibt, wie ein "richtiges" Leben auszusehen hat. Religion umfasst verschiedene Aspekte, die direkt das Gefühl ansprechen: spirituelle, mystische Erlebnisse; Gotteserfahrungen; gefühlte Verbindungen mit dem Jenseitigen, Transzendenten oder Absoluten; Gebet, Meditiation oder andere Formen kontemplativer Techniken; Rituale; Gruppenveranstaltungen etc. Die meisten Religionen nehmen zudem die Existenz von Geistern, Göttern, "Prinzipien" oder auch einem einzelnen Gott an, welche über aussergewöhnliche, meist übernatürliche Kräfte verfügen und die dem Menschen je nachdem in Notsituationen beistehen können oder gegenüber denen der Mensch Verantwortung trägt: diejenigen, die sich an die Normen der jeweiligen Religion halten werden dafür nach dem Tod belohnt, die anderen dafür bestraft.

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  • Gast - Szenon

    «Unvereinbarkeit verschiedener Religionen». Der französische Philosoph Louis Cattiaux (1904-1953) in “Die Wiedergefunde Botschaft” (Verlag Herder, Basel, 2010, S.277): «O Gläubige aller Religionen, aller Rassen und aller Nationen, erkennt euch wie die Kinder des einzigen Gottes und unterstützt euch ...
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Glauben: Worum es geht

Ohne Glauben geht es nicht. Wer nicht an den eigenen Erfolg glaubt, wer nicht daran glaubt, dass morgen die Sonne wieder aufgeht, wer nicht daran glaubt, dass seine Erinnerungen wahr sind ist kaum lebensfähig. Alle diese Dinge kann man aber nicht wissen, da uns die Zukunft verschlossen ist und man sich über die Vergangenheit täuschen kann. Gleichwohl gibt es unterschiedliche Formen von Glauben, von denen einige wie die Erwähnten sehr sinnvoll sind, manche aber auch äusserst schädlich.

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Gibt es Gott?

Gott lässt sich weder beweisen noch widerlegen, weil es "den" Gott nicht gibt. Mit dem Begriff "Gott" werden völlig verschiedene Dinge bezeichnet, weshalb ein Beweis oder eine Widerlegung unmöglich ist. Solange nicht klar ist, was mit "Gott" bezeichnet wird, lässt sich seine Existenz genauso wenig beweisen oder widerlegen wie jene eines Kwabromuzls. Was also ist "Gott", der/die/das bewiesen oder widerlegt werden soll? Handelt es sich dabei um einen alten Mann mit weissem Bart, der Erde und Menschen vor rund 6000 Jahren geschaffen haben soll? Oder handelt es sich dabei um eine höhere "Kraft" oder "Energie", welche alles durchdringt? Um etwas Allmächtiges? Handelt es sich um einen Gott, um eine Göttin, um "ein" Gott (eine "Sache") oder um eine ganze Götterwelt? Gehören Engel auch zum Göttlichen, ist Gott in jedem von uns drin? Ist Gott die Liebe, das Erkennen (Meister Eckhardt)? Offenbart sich Gott in den Handlungen der Natur (Galileo Galilei)? Ist Gott die Wahrheit (Mahatma Gandhi)? wesensgleich mit der naturgesetzlichen Macht (Max Planck)? eine grenzenlos überlegene Vernunft (Albert Einstein)? die zentrale Ordnung der Wirklichkeit (Werner Heisenberg)? (Niemz 2011, S. 86) Je nachdem, was mit "Gott" bezeichnet wird, müssen Beweis oder Widerlegung ganz verschieden ausschauen. Zudem muss geklärt werden, wie ein Beweis oder eine Widerlegung ausschauen müsste. Genügt als Beweis eine Offenbarung, eine Gotteserfahrung, eine platte Behauptung? als Widerlegung das Aufzeigen eines logischen Widerspruchs? Oder ist Gott eben gerade das grundsätzlich Unwiderlegbare?

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Reyman über die Beseelung im Christentum

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Und so bin auch ich aus einem Nichtich entstanden. Wie das Huhn aus dem Nichthuhn (vgl. »Huhn oder Ei? Die Lösung lautet: Das Nichthuhn war zuerst!). So quasi. Also nicht, dass du jetzt denkst, dass ich so Huhn, wobei, also meine Alte, die war schon ein wenig die Glucke. Aber mehr so Nichthuhn, weil wegen, also Vati und Mutti, so meine Alten, also die haben da mal so kurz ein wenig, du weisst schon, so ein wenig hin und her und Ah und Oh, wobei. Also so ganz genau weiss ich das ja jetzt nicht. Ob die mehr so im Dunkeln und ob die so Ah und Oh. Aber auf jeden Fall, also die haben da mal kurz und Schwups, war ich da. So Nichtich und dann Ich. Wobei. Also das ist ja eben die Frage. Ob jetzt da mein Ich, ob das so Folge der Schweinigeleien meiner Alten oder ob das jetzt mehr so Teil einer Seele. Ob ich da schon vorher quasi auf Standby und schon lange existiert davor oder ob ich da direkt aus dem Nichtich und dann Ich. So Spermium und Ei und dann Ich oder ich schon uralt, so Seele und dann einfach bei meiner Alten gelandet. Hehe. Wobei. Also wenn ich da diese Seele, dann war die ja auch mal nicht Ich und deshalb, also eigentlich bin ich ja fast sowieso aus einem Nichtich. Eben.
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Reyman über den Weg in die Hölle

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Jetzt, wo sind wir da stehen geblieben. So der Alte da, dass der die ganze Verantwortung trägt. Und nicht du und nicht der Klaus und auch nicht der Nichtklaus und auch nicht die Nina (»Reyman über die Beseelung im Christentum). Aber also, wenn da der Alte die volle Verantwortung, also dann ist das ja der Oberperverse. Ich meine, der weist dir da deine Alten zu, so mit miserablen Genen und schlechter Erziehung und und und. Und der gibt dir einen miesen Charakter und umgibt dich mit einer Welt voller Versuchungen. Und wenn du dann nicht zum Heiligen wirst, dann lacht der sich ins Fäustchen und steckt dich in die Hölle. Das ist doch einfach pervers. Oberpervers. Der Allmächtige. Was natürlich superdoof. Der Allmächtige oberpervers. Aber anders kannst du das nicht erklären, was, also wenn das überhaupt stimmt.
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Reyman über die Evasünde

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Und da fragst du dich dann vielleicht schon, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Dass da die Menschen derart böse und so Sünder und fast alle in der Hölle (»Reyman über den Weg in die Hölle). Und warum so der arme Alte, so der, gegen den sich alle verschworen und keiner nimmt ihn wirklich ernst und überhaupt, also warum da der arme Alte, also das ist ja der Allmächtige. Und deshalb, also der könnte da doch eingreifen und einfach Lösung. Müsste doch möglich sein. Aber ist natürlich wieder alles ganz anders. Weil gibt natürlich eine Lösung. Aber komplizierte Lösung. Halt so typische Lösung vom Alten. Und um das zu verstehen, also da müssen wir zurück zum Anfang. Quasi »Nichthuhn. Bloss, dass da kein Nichthuhn, sondern dass da am Anfang eben gleich der Hahn. So der Adam. So aus dem Nichts.

 

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Was ist Kreationismus?

Unter Kreationismus versteht man die Vorstellung, dass Welt und Leben von einem intelligenten Wesen "kreiert" wurden. Alle heute existierenden Lebewesen seien wie in der Bibel beschrieben mehr oder weniger in der heutigen Gestalt direkt von Gott geschaffen (=kreiert) worden. Diese Vorstellung bringt allerdings gravierende Probleme mit sich, auf die im Folgenden kurz eingegangen werden soll. 

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$250'000 für den, der die Evolutionstheorie beweist...

Schon seit längerer Zeit existiert James Randis Angebot, jener Person eine Million Dollar zu geben, die einen empirischen Nachweis dafür liefern kann, dass sie über paranormale Fähigkeiten verfügt. Wohl in Anlehnung daran entstand ein scheinbar analoges Angebot von Seiten eines »Kreationisten: “Ich biete demjenigen, der mir einen empirischen Nachweis für die Evolution liefern kann US$ 250 000. Mein seit 1990 bestehendes US$ 250 000 Angebot beweist, daß die Hypothese der Evolution nichts weiter als ein heidnischer religiöser Glaube ist.” (Dr. Kent Hovind) Dieses Angebot wurde inzwischen zwar - ohne nähere Begründung - zurückgezogen. Gleichwohl lohnt sich die Auseinandersetzung damit. Denn auf den ersten Blick scheint dieses Angebot wirklich überzeugend zu sein: wenn Randis 1 Million beweisen soll, dass es paranormale Fähigkeiten nicht gibt, müsste doch auch Dr. Hovinds Angebot beweisen, dass die Evolutionstheorie falsch ist. Dem ist allerdings nicht so.

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Angenommen, die Evolutionstheorie wäre tatsächlich falsch...

Von kreationistischer Seite (»Ist der Kreationismus wissenschaftlich?) wird mit allergrösster Akribie versucht die »Evolutionstheorie zu widerlegen. Dabei werden durchaus spannende und herausfordernde Fragen gestellt, die allerdings den Kern der Evolutionstheorie in der Regel nicht einmal annähernd auch nur schon streifen. Viele der Fragen sind zudem längst beantwortet, respektive die Behauptungen widerlegt, nur wenige Fragen würden einer genaueren Untersuchung verdienen - doch kann ein Angriff mit dem Schrotgewehr in der Hoffnung mal einen Treffer zu landen keine Aufforderung dazu sein, sich mit jeder Schrotkugel genauer auseinanderzusetzen. Doch genau dies tun viele Wissenschaftler - sie verschwenden zu viele Stunden, um gegen absurde Vorwürfe Stellung zu nehmen, respektive Behauptungen zu widerlegen.

Diesem Trommelfeuer mit Widerlegungen zu begegnen scheint sinnlos und aussichtslos. Viel wichtiger aber ist es, dass es gar nicht darum geht, ob die Evolutionstheorie stimmt oder nicht. Selbst wenn die Evolutionstheorie sich tatsächlich als falsch herausstellen sollte - für den Kreationismus würde sich rein gar nichts ändern. Denn der Kreationismus ist völlig unabhängig von der Richtigkeit der Evolutionstheorie falsch. Der Kreationismus ist längst empirisch wie auch logisch widerlegt, wie auch im Artikel »Ist der Kreationismus wissenschaftlich? gezeigt wird.

Anstatt also aus der Defensive heraus zu agieren (man wird permanent beschossen mit absurden Argumenten) sollte man vielleicht eingestehen, dass keine Schrotkugel treffen wird und in die Offensive übergehen: zeigen, warum der Kreationismus auch dann falsch ist, wenn die Evolutionstheorie sich als falsch herausstellen sollte. Vielleicht wäre es sinnvoller wieder mehr zu betonen, dass die Richtigkeit des Kreationismus bedeuten würde, dass alle heute lebenden Tiere inklusive Eisbären auf der Arche Noah (im tropischen Nahen Osten - und fern der Heimat der Eisbären) hätten gewesen sein müssen. Oder auch, dass Kreationisten davon ausgehen, dass der Grand Canyon durch die Sintflut geschaffen wurde - also ein geologisches Ereignis! Oder dass sich die Welt nachweislich in den letzten 4000 Jahren evolutionär weiterentwickelt hat. Oder oder oder. Es gibt genügend völlig absurde Beispiele - wer sich davon nicht abschrecken lässt, der soll doch weiterfeuern.

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Ist der Kreationismus wissenschaftlich?

Um es gleich vorwegzunehmen: die Antwort ist ein definitives (!) Nein. Wenn Sie wissen wollen, warum das so ist, dann lesen Sie am besten gleich weiter. 
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