"Danach muss personale Freiheit in einem vielfach rückgekoppelten biographischen Erfahrungs- und Lernprozess individuell erst erworben werden und kann durch Krankheit vorübergehend oder dauernd wieder verloren gehen. Willens- bzw. Entscheidungsfreiheit haben wir in dem Maße, wie unsere Entscheidungen durch personale Determinanten (mit-) geprägt werden, d.h. durch biographisch erworbene Lernerfahrungen, durch selbstkritisch-reflektierend gewonnene Einsichten und durch gedankliches Probehandeln anhand symbolisch repräsentierter Weltmodelle; dabei ermöglicht die mentale Antizipation der Konsequenzen von abzuwägenden Handlungsoptionen einen prospektiv rückgekoppelten Entscheidungsprozess. Auf diese Weise wird die Durchschlagskraft subpersonaler (z.B. artspezifischer) Handlungsimpulse zugunsten personal selbstbestimmter, zielorientierter Präferenzen reduziert, und die Befriedigung aktueller Bedürfnisse kann im Hinblick auf übergeordnete Ziele zurückgestellt werden."

Clemens Cording in Heinze 2006, S. 223.

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